Von Freunden und Feinden eines Turnaround-Projektmanagers
Als Turnaround-Projektmanager macht man sich Freunde – viele sind froh, dass endlich etwas mit dem Krisen-Projekt passiert! –, aber definitiv auch Feinde. Die gilt es besonders gut zu behandeln.
Wenn ein Turnaround-Projektmanager ein Projekt retten will, schafft er dies nur unter zwei Voraussetzungen:
Gerade der zweite Punkt bewirkt, dass ein Turnaround-Projektmanager Entscheidungen trifft, die manch einen in der Organisation treffen. Mag er am Anfang noch eine gewisse Narrenfreiheit haben, wird unterstützt und geduldet, so muss er im Verlauf des Turnaround-Projekts auch mit Gegenwind und Widerstand rechnen.
Das heißt im Klartext: Der Turnaround-Projektmanager wird sich nicht nur Freunde, sondern auch Feinde machen. In unterschiedlichen Bereichen, auf unterschiedlichen Ebenen wird es Menschen geben, die das, was er tut, mit Argwohn und Skepsis betrachten – weil sie sich nicht mehr wahrgenommen fühlen, wie sie inhaltlich nicht mehr so stark eingebunden sind, weil sie nicht mehr die Rolle spielen, die sie vorher gespielt haben, weil sie in ihrem Verantwortungsbereich beschnitten worden sind, weil sie sich übervorteilt fühlen. Gründe dafür gibt es viele.
Wenn ein Turnaround-Projektmanager das feststellt, bleibt ihm nur eins: Diese Skeptiker und Widersacher sehr intensiv zu „betreuen“: sie eng in die Kommunikation einbinden, ihren Rat einholen, ihnen seine Entscheidungen persönlich erklären und um Verständnis dafür werben – einfach alles dafür tun, sie mit ins Boot zu holen und es ihnen zu ermöglichen, mit ihm gemeinsam auf die Reise zum Projekt-Turnaround zu gehen.
Als Turnaround-Projektmanager ist vor allem eins dabei sehr wichtig: zu begreifen, dass er nicht nur Freunde haben kann, sondern damit zu rechnen, dass es auch Widersacher und Feinde geben wird, die ihm das Leben schwer machen wollen. Und es nicht nur beim Verstehen zu belassen, sondern auch entsprechend zu handeln.