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2014-09-03 1 951

Was Jongleure und Turnaround-Projektmanager gemeinsam haben

Gleich zu Beginn eines Turnaround-Projektes wartet Schwerstarbeit auf den Turnaround-Projektmanager: Er muss viele verschiedenen Themen adressieren und noch mehr Maßnahmen anstoßen. Wie ein Jongleur wirft er quasi viele Bälle in die Luft und versucht, sie alle gleichzeitig oben zu halten. Doch was passiert, wenn einer oder zwei Bälle abstürzen? Ganz einfach: Er tut das, was ein Jongleur auch tun würde – er lässt sie fallen.

 

Immer schön die Übersicht behalten!

Steigt ein Turnaround-Projektmanager in ein Projekt ein, das sich in Schieflage befindet, oder in eine andere Projektsituation, die zu stabilisieren ist, sieht er sich vielen Aufgaben gegenüber, die gleichzeitig zu erledigen sind: Er beginnt mit der Analyse, muss das Team kennenlernen, mit unterschiedlichen Stakeholdern aus verschiedenen Bereichen sprechen, sei es aus dem Projekt selbst, beim eigenen Unternehmen, auf Kunden- oder Auftraggeberseite. Er setzt außerdem diverse Maßnahmen und Initiativen in Gang. Und es gibt vielleicht auch schon Quickwins, die er an dieser Stelle anstoßen oder gar schon realisieren kann.

Am Beginn eines solchen Projekts startet er also viele Maßnahmen und Initiativen gleichzeitig, eine ergibt sich aus der anderen, und viele verschiedene bilden ein Bündel, das wiederum neue Initiativen nach sich zieht. Wie ein Jongleur in der Zirkusmanege wirft er also einen Ball nach dem anderen in die Luft. Er startet mit einem Ball, dann kommen ein zweiter und dritter hinzu. Alles noch gut zu überschauen. Der vierte, der fünfte, sechste, siebte – jetzt nur keinen Fehler machen! Und immer schön die Übersicht behalten!

Die Gefahr dabei ist noch nicht einmal, dass ein oder zwei Bälle abstürzen – die Gefahr ist vielmehr, dass Jongleur oder Turnaround-Projektmanager sich von den abstürzenden Bällen bzw. Maßnahmen so aus dem Konzept bringen lassen bzw. versuchen, sie wieder auf die richtige Bahn zu bringen, dass das ganze Gebilde zusammenbricht.

 

Zwei verlorene Bälle sind zu verkraften

Was kann ein Turnaround-Projektmanager in diesem Fall tun? Er braucht vor allem einen scharfen Blick auf die unterschiedlichen Initiativen, die er angestoßen hat, und muss aus übergeordneter Perspektive bewerten,

  • wie viele Initiativen er gestartet hat,
  • ob er nicht zu schnell zu viele Maßnahmen angestoßen hat
  • ob seine eigenen Fähigkeiten ausreichen, viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten
  • ob sich die Maßnahmen und Initiativen in ihren „Flugbahnen“ gegenseitig behindern und dadurch das gesamte Vorhaben Gefahr läuft, abzustürzen

Entscheidend ist für ihn jedoch, dass ihm zu jedem Zeitpunkt eines bewusst ist: Sobald ein Ball fällt bzw. eine Maßnahme schiefgeht oder nicht greift, kann er nur eins tun – es mehr oder weniger ignorieren. Kümmert er sich zu intensiv darum, droht das gesamte Gebilde abzustürzen – und der Schaden wäre ein viel größerer.

 

Foto: Stepanekos, excising 2, CC BY ND

 

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KOMMENTARE

  1. […] dieser Situation mache ich dennoch das, was meine Aufgabe ist: Ich werfe viele Bälle in die Luft, sprich: Obwohl ich wenig Überblick über die laufenden Aktivitäten habe, implementiere und setze […]

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