Shaolin-Feedback: So steigern Sie die Qualität der Zusammenarbeit

Shaolin-Feedback: So steigern Sie die Qualität der Zusammenarbeit

Schon seit vielen hundert Jahren nutzen die chinesischen Shaolin-Mönche bestimmte Techniken, die ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit steigern. Auch wir können davon viel lernen und sowohl beruflich als auch privat zu mehr Balance finden und unser Denken und Handeln nachhaltig verändern. Eine der Techniken ist das Shaolin-Feedback. Es sorgt besonders in Turnaround-Projekten dafür, dass Sicherheit und Wertschätzung Einzug halten und die Zusammenarbeit der Menschen eine neue Qualität erreicht. Hier lesen Sie, was sich dahinter verbirgt.

Null Reaktion verunsichert

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Mail von einem Geschäftspartner, in der er Sie darum bittet, ihm zu einem bestimmten Projekt eine Statusmeldung zu geben. Sie antworten ihm ausführlich, liefern ihm alle Informationen, die er braucht. Sie investieren eine Stunde Ihrer Arbeitszeit dafür. Sie schicken die Mail ab und dann geschieht – nichts. Einfach nichts. Sie bekommen keinerlei Reaktion von Ihrem Geschäftspartner. Wie fühlen Sie sich dann? Ich kann Ihnen sagen, wie ich mich in solchen Situationen fühle. Unsicher. Ich frage mich: Hat er die Mail bekommen? Oder wartet er immer noch darauf und ärgert sich, weil ich ihm vermeintlich nicht geantwortet habe? War die Qualität des Statusreports so, wie er es erwartet hat? Hat er vielleicht noch inhaltliche Rückfragen? Hat ihn das überhaupt interessiert, was ich geschickt habe?

Speed is critical

In vielen Turnaround- und sonstigen Projekten praktiziere ich schon seit Jahren das Shaolin-Feedback. Es dient dazu, meinem Gegenüber die oben geschilderten Unsicherheiten zu nehmen, indem ich sehr schnell – speed is critical! – eine kurze Rückmeldung gebe: „Danke, ich habe Ihren Statusreport erhalten, ich melde mich in den nächsten Tagen dazu.“ Oder: „Danke für den Statusreport, mir ist da noch etwas aufgefallen, und zwar … Könnten Sie das noch bitte anpassen?“ Oder etwas in der Art – jedenfalls eine schnelle freundliche Rückmeldung.

Diese Form der Rückmeldung erzeugt bei meinem Gegenüber eine Sicherheit: „Ah, er hat das bekommen, er hat sich damit auseinandergesetzt, er schätzt meine Arbeit, ich kann in den nächsten Tagen mit einer ausführlichen Rückmeldung rechnen.“

Wertschätzung wirkt

„Das erhöht doch wieder nur das E-Mail-Aufkommen! Noch mehr, um das ich mich kümmern muss!“, könnte man da jetzt einwenden. Erstens: Es dauert ungefähr 30 Sekunden, um eine kurze Dankes-Mail zu schreiben und den Senden-Knopf anzuklicken. Und zweitens: Wenn Ihr Geschäftspartner sich sicher, anerkannt und gewertschätzt fühlt, ist das ungleich viel wertvoller als die Zeit, die Sie brauchen, um das Feedback abzusetzen.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass Sie diese Art von Feedback immer einsetzen sollten, nicht nur in Turnaround-Projekten. Es ist auch völlig egal, über welchen Kanal Sie das Shaolin-Feedback geben – per Mail, WhatsApp, SMS, Facebook oder per Telefon. Es hat so oder so einen enormen Effekt auf die Zusammenarbeit. Wie erwähnt nicht nur, aber ganz besonders in Turnaround-Projekten, in denen es so sehr darauf ankommt, dass die Projektmitarbeiter wieder sicheren Boden unter den Füßen spüren. Mit jedem Shaolin-Feedback sorgen Sie dafür, dass ihre Mitarbeiter wieder ein Stück mehr von ihrer verlorengegangenen Sicherheit zurückgewinnen.

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Torsten J. Koerting

Torsten J. Koerting is a project management-, paragliding- and Outdoor Enthusiast, Consultant, Author of several books and engaged as a speaker at many conferences. As Managing Partner at projectyzer he is specialised in supporting companies and organisations in reinventing their strategy as well as turning projects around that are in trouble. He worked in Europe, US and Australia for more than 20 years for global Blue Chips. He does hold the German and Australian Citizenship and lives with his wife and two kids between Europe and Australia. He is also a certified Bank Clerk, Executive Bachelor and Project Management Professional (PMI) and used to be Board Member of the PMI Queensland Chapter (Australia).

Comments

  1. lieber TJ,
    ich kann das shaolin-feedback nur bekräftigen. Insbesondere den Aspekt der Wertschätzung. Gerade im direkten Umgang mit den Menschen im Projekt öffnet ein ehrlicher, respektvoller und empathische Umgang Dir so manche Tür. Leider nehme ich aber auch immer wieder die “Brechstangen-Mentalität” wahr. Positionen verhärten sich. Verhandlungen werden schwer. Mit Gefallen brauchst Du nicht mehr zu rechnen. Da steckt TurnAround-Potential drin. Manchmal nur, weil man dem Bild des “harten Projektmanagers” gerecht werden will. Der harte aneckende, cholerische Chef und Manager macht sich in Hollywood Filmen ja auch besser als der empathische und ausgeglichene Typ. Den Film guckt dann niemand :)
    Ich glaube um das shaolin-feedback in seiner Gänze ehrlich zu leben, bedarf es manchmal auch Mut. Denn es heißt für mich Dankbarkeit und Emotion im Außen zu zeigen. Für mich hat sich das bisher immer als richtiger Weg herausgestellt. Und wenn ein Unternehmen damit nicht zurecht kommt oder kam, hey dann ist es nicht das Richtige. Danke Dir für den schönen Impuls. Hau rein und Tschakkkaa:)

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