Warum ein Chamäleon kein gutes Vorbild für Turnaround-Projektmanager ist

Warum ein Chamäleon kein gutes Vorbild für Turnaround-Projektmanager ist

Ein Chamäleon hat eine faszinierende und nützliche Eigenschaft: Es kann sich seiner Umgebung farblich so anpassen, dass man es kaum noch sieht. So ist es gut geschützt vor Fressfeinden. Wie gesagt: eine faszinierende und nützliche Eigenschaft. Aber kommen Sie bloß nicht auf die Idee, ihm das nachzumachen und so mit ihrer Projektumgebung zu verschmelzen, dass Sie quasi nicht mehr zu sehen sind.

Halten Sie Ihr Wertesystem hoch!

Als Turnaround-Projektmanager haben Sie viele wichtige Aufgaben, aber eine davon sollte oberste Priorität haben: Achten Sie darauf, dass Sie nicht so werden wie das Umfeld, in dem Sie sich bewegen. Ihr Job ist es vielmehr, Vorbild zu sein und die Maximen und Werte, die Sie haben, vorzuleben und jeden Tag wieder neu zu bestätigen.

Nicht assimilieren … und der Umgebung anpassen!

Das ist nicht immer leicht: Wer eine bestimmte Zeit als Turnaround-Projektmanager in einem Projekt arbeitet, ist meist so in das operative Geschäft eingebunden, dass er sich nur schwer daraus lösen kann. Zwar erreicht er immer gewisse Plateaus, aber im Wesentlichen droht er, vom Projekt vereinnahmt zu werden. Er nimmt – wie ein Chamäleon – langsam aber sicher die Farbe seiner Umgebung an. Er assimiliert sich. Das kann sich darin äußern, dass er genauso wie alle um ihn herum zu viel oder zu wenig E-Mails schreibt oder genauso unpünktlich wird – also generell die Schwächen und Unzulänglichkeiten des Teams bzw. des Umfeldes annimmt. Und damit sein eigenes Wertesystem vernachlässigt.

Immer wieder: wahrnehmen, reflektieren, agieren

Für einen Turnaround-Projektmanager ist es deshalb entscheidend, sich immer wieder an den eigenen Haaren aus dem Schlamm zu ziehen und einen Blick von außen bzw. oder von oben auf das Projektgeschehen zu werfen. Schließlich ist er deshalb ein Spezialist für Turnaround-Situationen, weil er genau das kann: Er erkennt, wann er zu sehr die Farbe seiner Umgebung annimmt, sich zu stark auf sein Umfeld einlässt, und zieht dann daraus die entsprechenden Konsequenzen. Dies kann er tun, indem er sich beispielsweise in den Kreislauf des Wahrnehmens, Reflektierens und Agierens begibt, so wie wir ihn auch in unserem Buch TurnAround beschrieben haben (Link).

Leben Sie Ihre Werte und reflektieren Sie das nachhaltig !

Das heißt, er nimmt wahr, dass er sich zu stark mit seinem Umfeld assimiliert, reflektiert diese Tatsache, entscheidet, in welchen Bereichen er das möchte und in welchen nicht, und setzt dann entsprechende Maßnahmen auf und handelt, damit dieses Assimilation gestoppt wird. Sense, reflect, act – das ist hier der entscheidende Dreisprung. Damit das Chamäleon keine Chance hat.

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Torsten J. Koerting

Torsten J. Koerting is a project management-, paragliding- and Outdoor Enthusiast, Consultant, Author of several books and engaged as a speaker at many conferences. As Managing Partner at projectyzer he is specialised in supporting companies and organisations in reinventing their strategy as well as turning projects around that are in trouble. He worked in Europe, US and Australia for more than 20 years for global Blue Chips. He does hold the German and Australian Citizenship and lives with his wife and two kids between Europe and Australia. He is also a certified Bank Clerk, Executive Bachelor and Project Management Professional (PMI) and used to be Board Member of the PMI Queensland Chapter (Australia).

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