Warum ein Turnaround-Projektmanager immer auch Coach,Trainer und Mentor ist

Wenn ein Turnaround-Projektmanager ein neues Projekt übernimmt, dann trifft er dort nicht nur auf ein Projekt in der Krise, sondern auf Menschen. Und diese Menschen muss er bestärken und befähigen – fachlich, inhaltlich, emotional.

Ein breites Skillset ist gefragt

Das Team, das in einem Turnaround-Projekt arbeitet ist ein Team wie jedes andere auch – es ist leistungsfähig und es hat gute Mitarbeiter an Bord. Aus welchen Gründen auch immer kämpft es jedoch gegen Windmühlen bzw. arbeitet sich an diversen Situationen ab, die im Zuge der Krise eingetreten sind.

Aufgabe des Turnaround-Projektmanagers ist es hier, die Mitglieder seines Teams mit allen Kräften zu unterstützen. Dies kann in ganz unterschiedlichen Bereichen sein: sei es fachlich, sei es inhaltlich, von der Herangehensweise her oder von den Methoden und Tools her, die nötig sind, um die Krise erfolgreich zu bewältigen. Manche Mitarbeiter brauchen in dieser Situation die Empathie und emotionale Unterstützung des Turnaround-Projektmanagers, andere vertrauen auf seine Führungskompetenzen, und wieder anderen ist am ehesten geholfen, wenn er die Rolle eines Workshop-Moderators oder -Facilitators übernimmt und eine Telefonkonferenz oder einen Workshop organisiert. Die Bandbreite der Dinge, die in Krisensituationen gefragt sind, kann also sehr groß sein – der Turnaround-Projektmanager muss hier mit einem breiten Skillset ausgestattet und in der Lage sein, das Team in allen Bereichen zu unterstützen.

Mehr als nur Projektmanagement

Dies führt jedoch dazu, dass der Turnaround-Projektmanager deutlich stärker in die Teamstrukturen bzw. das operative Geschäft eingebunden ist als ein „normaler“ Projektmanager. Aber genau das ist nötig – denn das Team lernt die unterschiedlichen Herangehensweisen, Skills und Kompetenzen so sehr viel stärker, als wenn es „nur“ gemanagt würde. Aber auch der Turnaround-Projektmanager lernt dadurch etwas: Er stellt nämlich auf diese Art und Weise sehr schnell fest, welche Hidden Talents er in seinem Team hat – Menschen, deren Fähigkeiten sich bislang noch nicht voll entfaltet haben, aus welchen Gründen auch immer. In den meisten Fällen liegt es an verzögerten bzw. nicht getroffenen Entscheidungen oder an schlechter Kommunikation, dass diese Hidden Talents noch nicht zum Zuge kamen. Und genau sie gilt es nicht nur zu identifizieren, sondern auch in aller Breite und mit unterschiedlichen Skills zu unterstützen. Ein Turnaround-Projektmanager ist also viel mehr als nur ein Projektmanager – er ist Coach, Trainer und Mentor seines Umfeldes.

Dies ist nicht zuletzt deswegen sehr wichtig, weil der Turnaround-Projektmanager dadurch am Ende seines drei- bis sechsmonatigen Einsatzes ein deutlich stärkeres und besser ausgebildetes Team zurücklässt; ein Team mit einem deutlich größeren Tool- und Werkzeugkoffer. Es ist dann in der Lage, die Dynamik, die der Turnaround-Projektmanager hineingebracht hat, soweit aufrechtzuerhalten, dass das Projekt danach nicht gleich wieder in die nächste Krisensituation gerät.

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Torsten J. Koerting

Torsten J. Koerting is a project management-, paragliding- and Outdoor Enthusiast, Consultant, Author of several books and engaged as a speaker at many conferences. As Managing Partner at projectyzer he is specialised in supporting companies and organisations in reinventing their strategy as well as turning projects around that are in trouble. He worked in Europe, US and Australia for more than 20 years for global Blue Chips. He does hold the German and Australian Citizenship and lives with his wife and two kids between Europe and Australia. He is also a certified Bank Clerk, Executive Bachelor and Project Management Professional (PMI) and used to be Board Member of the PMI Queensland Chapter (Australia).

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