Work-Work-Balance

Befindet sich ein Projekt in einer Krisensituation, dann ist natürlich alle Aufmerksamkeit des Teams darauf fokussiert, dieses Projekt wieder zurück in einen grünen Bereich zu bringen. Darunter leiden jedoch andere Projekte und Kunden. Hier Ausgewogenheit zu schaffen, ist essentiell.

So lange Gas geben, bis sich einer beschwert

Nicht nur in Krisen- sondern auch in allen anderen schwierigen Liefersituationen liegt der Fokus sehr stark auf einem Themenbereich bzw. auf einem Kunden, für den man die entsprechende Leistung erbringt. Die Dynamik, die mit solchen Situationen bzw. Projekten einhergeht, lässt andere Kunden schnell in den Hintergrund rücken: Alle Ressourcen konzentrieren sich nahezu vollständig auf die Krisensituation, denn nur so können dort die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden, die das Projekt retten.

Als Turnaround-Projektmanager gehe ich mit meinen Teams bei solchen Ausgangslagen immer so vor: Wir konzentrieren uns so lange auf das Turnaround-Projekt, bis sich die ersten anderen Kunden melden und darauf hinweisen, dass sie sich hintenangestellt fühlen oder dass dies demnächst der Fall sein wird. Dies geschieht normalerweise nicht gleich am ersten Tag der Krisensituation, auch nicht nach ein paar Wochen – es vergehen sicherlich ein bis zwei Monate, bis sichtbar wird, dass andere Liefersituationen, andere Projekte durch diese starke Fokussierung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Blindflug nützt nichts

Dann jedoch gilt es, das Projekt in der Krise und die anderen Projekte/Liefersituationen wieder auszubalancieren. Denn sonst hat man am Ende nicht ein Krisenprojekt, sondern zwei oder noch mehr. Um diese Balance herzustellen, ist es sinnvoll, gemeinsam mit allen Beteiligten in die Diskussion zu gehen – und in einem ersten Schritt die Wahrnehmung bzw. Sensibilität für diese Balance generell zu schärfen. In einem zweiten Schritt kann dann ebenfalls gemeinsam überlegt werden, welche Maßnahmen zu geeignet sind, die Balance wiederzufinden.

Wichtig ist in solchen Situationen für den Turnaround-Projektmanager und sein Team vor allem eins: Trotz der hohen Belastung, unter der sie stehen, Augen und Ohren vor den anderen Kunden bzw. Liefersituationen nicht zu verschließen, sondern deren Belange sensibel wahrzunehmen und entsprechend zu adressieren. Blindflug nützt hier niemandem etwas.

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Torsten J. Koerting

Torsten J. Koerting is a project management-, paragliding- and Outdoor Enthusiast, Consultant, Author of several books and engaged as a speaker at many conferences. As Managing Partner at projectyzer he is specialised in supporting companies and organisations in reinventing their strategy as well as turning projects around that are in trouble. He worked in Europe, US and Australia for more than 20 years for global Blue Chips. He does hold the German and Australian Citizenship and lives with his wife and two kids between Europe and Australia. He is also a certified Bank Clerk, Executive Bachelor and Project Management Professional (PMI) and used to be Board Member of the PMI Queensland Chapter (Australia).

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